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Heute Abend sind wir in einem Maya Dorf eingeladen und damit ist auch ein Besuch in einer Maya Sauna verbunden. Hier in der Hitze der Tropen eine Sauna?
Die Mayas haben eine ganz andere Lebensweise als wir und sind doch viel zufriedenen als viele von uns. Ich habe so viel darüber gelesen und nun möchte ich sehe, wie sie im Dschungel leben.
Um 20 Uhr geht es los. Wir fahren mit einem kleinen Bus ein Stück die Autobahn lang, dann eine holprige Straße und wir sehen mitten im Urwald Licht. Auf einen Parkplatz stellen wir das Auto ab und rechts an der Seite ist ein Weg mit Steinen gesäumt und in regelmäßigen Abständen brennt eine Fackel. So können wir den Weg gut sehen. Unser Führer zeigt uns eine typische Maya Hütte. Dort ist eine Hängematte, eine Feuerstelle und von der Decke hängen ein paar Körbe, in denen die Vorräte auf bewart werden. Unser Führer ist Mexikaner und übersetzt alles, was ein Dorfbewohner über das Leben in diesem Dorf erzählt. Ich bin froh, jemanden zu treffen, der sehr viel über die Geschichte der Mayas weiß, dass ich weitere Fragen stelle und nicht merke, dass die anderen doch gern wissen möchten, was der Dorfbewohner erzählt.
Als wir weitergingen sah ich einen zahmen Affen an einer Hütte angebunden und später habe ich noch erfahren, dass die Bewohner sogar Boas in ihren Hütten halten, um die Giftschlangen ua. fernzuhalten.
Boa
Jetzt sind wir auf einen Platz angekommen, an den Seiten sind Mauern und darauf liegen große Muscheln. Jeder versucht in die Muschel zu blasen und ihr einen Ton zu entlocken, vier schaffen es.
Wie läuft ein Reinigungs- und Wiedergeburts- Ritual im Temazcal ab?
Bevor man das "Haus der heißen Steine" , Temazcal, betritt, wird man mit Salbei- und Copal Rauch, unterstützt durch die Schamanen-Trommel, gereinigt.
Danach erfolgt die Anrufung der 4 Himmelrichtungen.
- Danke an den Süden, für den Frieden,
- Danke an den Westen, für den Geist ,
- Danke an den Norden, für den Willen und
- Danke an den Osten, für die Hoffnung.
Jeder bekommt ein Stück Harz, das ins Feuer geworfen wird, und hat einen Wunsch, nicht für sich selbst sondern für Freunde, Bekannte, ect. diesen Wunsch darf er aber nicht kundtun, sondern muss ihn für sich behalten.
Bevor die Teilnehmer auf allen vieren in das Temazcal kriechen, wird zuerst am Eingang mit der Stirn der Boden berührt und „Mutter Erde“ mit den Worten:“ "O Matacujatzi. Madre Tierra, tu entra en mi, yo entro en ti "begrüßt. Nach dieser Begrüßung kriecht man in den Schoß der „Mutter Erde“ und hockt sicht ( von links ausgehend nach rechts) auf den Boden. Im Inneren der Hütte befindet sich eine Vertiefung, in die während der Zeremonie rotglühenden Steine ( von außen mit einer Schaufel hereingereicht), gelegt werden. Diese Steine werden außerhalb der Hütte in einem großen Feuer, was symbolisch für Vater Sonne steht, rotglühend erhitzt. Das Ritual besteht aus 4 Runden. Für jede Runde wird der Eingang, der mit Decken verhangen ist, kurz geöffnet und es werden jeweils 5 glühende Steine, die wir mit " o me teo" oder "Ajo" begrüßen, hereingereicht. Während jeder Runde wird Wasser auf die Steine gegossen sowie rituelle Aufgüsse durchgeführt.
im Anschluss an das Ritual wird man mit Wasser übergossen und bekommt Wasser zur Erfrischung.
Danach geht es ab in die Cenote, um im glasklaren Wasser zu schwimmen.
Erstaunlich, dass bestimmte Riten bis heute teils detailgetreu weiterleben. Noch immer verehren Erben der Maya mit ihren Geistlichen, den Schamanen, die Cenotes. Die Schamanen tragen heute zwar Sonnenbrillen und amerikanische Jeans, aber sie setzen sich immer noch vor die Löcher, zünden berauschende Kräuter an, werfen Gaben ins Wasser. In einem hypnotisierenden Singsang murmeln sie Maya-Silben, stundenlang. Sie suchen Kontakt zu den Seelen ihrer Ahnen. Oder zu "way", einer Art Schutzgeist, meist in Gestalt eines Tieres. Der Jaguar wird von den Maya-Schamanen am häufigsten als Träger des "way" verehrt.
Es war sehr beeindruckend und lehrreich, eine Erfahrung die sich bei uns tief eingeprägt hat.